Außerhalb Spaniens ist die Weihnachtslotterie weithin unter dem Namen El Gordo bekannt. In der Tat aber bezeichnet dieser Begriff nur den Hauptpreis ("Der Dicke"). Die Lotterie selber trägt den Namen Sorteo de Navidad und ist eine Sonderziehung der spanischen staatlichen Lotterie. Zweimal pro Woche erfolgt eine normale Ziehung, an Weihnachten aber werden besonders große Summen ausgespielt.

Dank internationaler Lottoanbieter wie Lottoland haben jetzt auch deutsche Lottospieler die Möglichkeit an der spanischen Weihnachtslotterie online teilzunehmen.

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Die Geschichte der Weihnachtslotterie

Seit 1812 findet in Spanien wenige Tage vor Weihnachten die Ziehung statt. Ort und genaues Datum änderten sich im Laufe der Jahre, mittlerweile aber haben sich Madrid und der 22. Dezember durchgesetzt. Für viele Spanier läutet die ritualisierte Ziehung den Beginn der Weihnachtszeit ein, die in Spanien bis zum Dreikönigstag andauert. An diesem 6. Januar erfolgt schließlich eine zweite Sonderziehung.

Die Ziehung fand immer schon öffentlich statt und wird seit 1967 live im Fernsehen übertragen. Der heute gültige Name Sorteo de Navidad fand im Jahr 1892 zum ersten Mal Erwähnung.

Das System und das Prozedere blieben all die Jahre hinweg praktisch unverändert, einzig die Anzahl der Lose und die Höhe der ausgespielten Gewinne nahmen zu bzw. variierten von Jahr zu Jahr.

Ursprünglich wurde die Weihnachtslotterie ins Leben gerufen, um einerseits die Staatskasse aufzubessern, andererseits aber auch als Hilfsaktion für das Waisenhaus San Ildefonso in Madrid. Heute ist San Ildefonso eine Schule. Als Erinnerung an die Gründungstage der Lotterie nehmen bis heute zwei Kinder aus jener Schule direkt an der Ziehung teil.

Verkauf der Lose

Jedes Los trägt eine fünfstellige Nummer. 2011 wurde das Los-Kontingent von 85.000 auf 100.000 erhöht, somit gehen heute sämtliche möglichen Losnummern von 00000 bis 99999 ins Rennen. Jedes Los existiert in mehrfacher Ausführung, dabei ist jedes Los mit derselben Nummer gleichwertig. Die Anzahl der ausgestellten Lose pro Nummer bleibt nicht jedes Jahr gleich, zuletzt waren es 165, was eine Gesamtanzahl von 16,5 Millionen Lose ausmacht.

Aufgrund des hohen Preises von 200 Euro werden nur selten ganze Lose verkauft. Die am häufigsten verlangte Einheit ist das Zehntellos, das sogenannte "décimo". Dabei besteht jedes ganze Los aus einem DIN-A4 großen Papierbogen, der seinerseits in zehn Teile zerlegt werden kann. Ein solches Zehntellos ist demnach bereits um 20 Euro erhältlich. Gerade diese Besonderheit des Verkaufs machen Tippgemeinschaften in Spanien besonders beliebt. So werden ganze Lose unter Angestellten einer Firma oder Einwohnern einer Ortschaft verteilt, sodass in manchen Jahren beinahe alle Bewohner eines Ortes mit einem Mal einen sechsstelligen Betrag auf dem Konto haben.

Die Lose gehen ab Juli in den Verkauf und konnten bis vor einigen Jahren bis 8:00 am 22. Dezember ausschließlich in den Vorverkaufsstellen der staatlichen Lotterie gekauft werden. Davon sind ca. 10.000 über das gesamte Land verteilt . Sollte man eine bestimmte Losnummer wünschen, dann kann man sich über die Homepage des Lotterieunternehmens informieren, in welcher Vorverkaufsstelle diese zu beziehen ist. Seit einigen Jahren bieten diese auch Terminals an, an denen man sich sein Los selber ausdrucken kann. Auf diese Weise kann sogar selber eine Losnummer bestimmt werden - sofern diese noch verfügbar ist.

Die Ziehung

Am Vormittag des 22. Dezember findet die Ziehung im Beisein von drei Notaren live im Fernsehen statt und erfreut sich jedes Jahr hoher Einschaltquoten.

Zwei Trommeln beinhalten Holzkugeln, die mit Laser beschriftet sind, um etwaige Gewichtsunterschiede durch verbrauchte Tinte zu vermeiden. Diese Holzkugeln sind 3 Gramm schwer und haben einen Durchmesser von 18,8 Millimeter.

In der größeren Trommel befinden sich 100.000 Holzkugeln, wobei jede mit einer anderen Losnummer beschriftet ist. Die kleinere Trommel beinhaltet je eine Holzkugel für jeden auszuspielenden Preis. Diese Anzahl variiert von Jahr zu Jahr, derzeit sind das über 1800 Kugeln.

Die Ziehung erfolgt jedes Jahr nach demselben Ritual: Gleichzeitig wird je eine Kugel aus jeder Trommel gezogen und zwar so oft, bis die kleinere Trommel leer ist und jeder Preis an eine Losnummer vergeben ist. Dabei ist die Spannung jederzeit gegeben, denn der Hauptgewinn El Gordo kann theoretisch bei der ersten aber auch erst bei der letzten Ziehung genannt werden. Alle 20 Losnummern erfolgt eine neuerliche Durchmischung der beiden Trommeln.

Zwei Kinder der Madrider Schule San Ildefonso singen nach jeder Ziehung sowohl die Losnummer als auch den dazugehörigen Preis vor. Am häufigsten singen sie dabei die Worte "mil euros", also 1.000 Euro. Das ist gleichzeitig der am öftesten ausgespielte Preis.

Aufgrund dieser traditionellen Prozedur nimmt die Übertragung der Ziehung über drei Stunden Sendezeit in Anspruch.

Welche Preise gibt es zu gewinnen?

Insgesamt werden bei der Spanischen Weihnachtslotterie ca. 1.800 Preise ausgespielt. Anzahl und Höhe der Preise werden jedes Jahr neu bestimmt. Der Hauptpreis beträgt momentan 4 Millionen Euro und wird bis zu 165-mal ausgespielt. Die Gewinnsummen sind Fixpreise. Sollte also eine Losnummer nicht ausverkauft sein, erhöht sich die Gewinnsumme trotzdem nicht. Im theoretischen Fall eines komplett verkauften Losbestands würde die staatliche Lotterie daher insgesamt eine unglaubliche Summe von fast 2,3 Milliarden Euro ausspielen.

Ein Zehntellos gewinnt natürlich auch nur ein Zehntel des Gewinnbetrags.

Alle ausgespielten Preise auf einen Blick:

  • 1 Hauptpreis (El Gordo) über 4.000.000 Euro
  • 1 Zweiter Preis über 1.250.000 Euro
  • 1 Dritter Preis über 500.000 Euro
  • 2 Vierte Preise über je 200.000 Euro
  • 8 Fünfte Preise über je 60.000 Euro
  • 1.794 Preise über je 1.000 Euro (diese werden auch Pedrea genannt, was zu deutsch "Hagelschlag" bedeutet, da es diese Preise nur so hagelt)

Daneben werden aber auch Preise an Losnummern ausgeschüttet, die teilweise mit einer der gezogenen Nummern übereinstimmen:

  • 2 Preise über je 20.000 Euro für die beiden Losnummern direkt vor und nach dem Hauptpreis
  • 2 Preise über je 12.500 Euro für die beiden Losnummern direkt vor und nach dem Zweiten Preis
  • 2 Preise über je 9.600 Euro für die beiden Losnummern direkt vor und nach dem Dritten Preis
  • 495 Preise über je 1.000 Euro für Losnummern, deren ersten drei Stellen mit den ersten drei Stellen des Ersten, Zweiten, Dritten oder Vierten Preises übereinstimmen
  • 2.997 Preise über je 1.000 Euro für Losnummern, deren zwei letzten Stellen mit den zwei letzten Stellen des Hauptpreises übereinstimmen
  • 9.999 Preise über je 200 Euro (Rückzahlung des Lospreises) für alle Losnummern, deren letzte Stelle mit jener des Hauptpreises übereinstimmt

So wurde zum Beispiel im Jahr 2016 die Losnummer 66513 mit dem Hauptpreis El Gordo über 4.000.000 Euro bedacht. Damit gewannen automatisch die danebenliegenden Nummern 66512 und 66514 eine Summe von 20.000 Euro. Zusätzlich wurde an alle Losnummern (exklusive dem El Gordo) zwischen 66500 und 66599 je 1.000 Euro ausgespielt. Ebenfalls 1.000 Euro erhielten alle Losnummern (exklusive dem El Gordo) der Form xxx13. Alle Losnummern (exklusive dem El Gordo), die auf die Ziffer 3 endeten, erhielten zumindest ihren Lospreis zurück.

Gewinnwahrscheinlichkeit

Eine der Besonderheiten der Spanischen Weihnachtslotterie, die auch zu deren Beliebtheit beigetragen hat, ist die für Lotterien ungewöhnlich hohe Gewinnwahrscheinlichkeit. Während beispielsweise bei der deutschen Lotterie ein Los mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,9% gewinnt, sieht die Verteilung in Spanien wie folgt aus:

  • ca. 85% der Lose verlieren
  • ca. 10% der Lose erhalten den Einsatz zurück
  • ca. 5% der Lose gewinnen Preise unterschiedlicher Höhen

Diese Prozentsätze können sich natürlich jedes Jahr leicht verschieben, da im Vorfeld niemals klar ist, wie viele der ausgestellten Lose tatsächlich verkauft werden.

Die Wahrscheinlichkeit auf den El Gordo selber liegt bei 1:100.000. Insgesamt gewinnt jedes sechste Lose zumindest einen der Preise. Was die Spanische Weihnachtslotterie also von anderen Lotterien abhebt ist, dass sie nicht wenige hohe Gewinne, sondern viele kleine Gewinne ausspielt.

Teilnahme aus Deutschland

Zunächst einmal ist die Teilnahme für deutsche Staatsbürger über den traditionellen Weg möglich. Lose können selber im Urlaub oder von Freunden in Spanien direkt gekauft werden, da in dieser Lotterie die Lose übertragbar sind. Auf direktem Wege sind die Lose in Deutschland nicht im Verkauf.

Seit einigen Jahren ist eine Teilnahme aber auch über das Internet möglich. In diesem Fall kommen zum eigentlichen Lospreis von 200 Euro (ganzes Los) bzw. 20 Euro (Zehntellos) noch Bearbeitungsgebühren hinzu, sodass ein im Internet gekauftes Los immer teurer kommt als ein in Spanien erworbenes.

Es ist dringend darauf zu achten, sein Los nur bei einem von der EU lizenzierten Anbieter zu kaufen, da diese ausreichend versichert sind und eine Auszahlung im Falle eines Gewinns garantiert wird. Für Deutschland erfüllt https://www.lottoland.com/weihnachtslotterie diese Auflagen.

Gewinnern sei zusätzlich die unterschiedlichen steuerlichen Situationen in Spanien und Deutschland nahegelegt. In Spanien sind sämtliche Lotteriegewinne steuerpflichtig, der Betrag wird vor der Auszahlung automatisch abgezogen. Deutsche Staatsbürger können diese getätigten Steuern allerdings im Folgejahr von den spanischen Finanzbehörden zurückfordern.

Wissenswertes über die Spanische Weihnachtslotterie

Ca. 90% der Spanier nehmen jedes Jahr an der Weihnachtslotterie teil. Dementsprechend hoch sind am 22. Dezember auch die Einschaltquoten. Die Lotterie kann daher durchaus als wichtige Weihnachtstradition Spaniens angesehen werden. Die Übertragung nimmt oft sogar feierlichen Charakter an. Man verfolgt die Ziehung in der Familie, im Freundeskreis oder sogar in Form eines Public Viewings in Pubs, Cafés oder Büros.

Die spanische Weihnachtslotterie ist heute die größte Lotterie der Welt. Dieser Titel bezieht sich auf die ausgespielte Summe. Satte 70% der Einsätze werden wieder ausgespielt. Ein kleiner Bruchteil kommt den Vorverkaufsstellen zugute, der Rest dient der Auffrischung der Staatskasse.

Die beliebteste Vorverkaufsstelle der Weihnachtslotterie befindet sich in der katalanischen Ortschaft Sort, was in der katalanischen Sprache so viel wie "Glück" bedeutet. Menschen unternehmen regelrechte Pilgerreisen, um ihr Los in dieser Vorverkaufsstelle zu beziehen. Tatsächlich verkauft die Filiale Sorts mit Abstand die meisten Lose, dementsprechend gewinnen auch häufiger dort gekaufte Lose als jene aus anderen Städten.